• 13.04.2026 20:10

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Platten unter dem Radar: Winter-Entdeckungen 2026

Jede Saison erscheinen mehr Platten, als wir jemals hören könnten. Zum Glück. Denn zwischen den Charts und Algorithmen warten echte Schätze darauf, gefunden zu werden – genau wie diese 15 Perlen, die wir für euch ausgegraben haben.

Mal ehrlich: Wer kommt schon mit? Nicht mal die engagiertesten Nerds unter uns schaffen es, alle Releases zu hören. Von zurückgekehrten Neo-Soul-Ikonen bis zu Gitarrenversionen von Autechre-Tracks. Keine Bestseller, aber jede Menge Liebe.

In ungeordneter Reihenfolge – taucht ein.


Shabaka – Of The Earth

Jazz / Spiritual Jazz

Nach einer Saxophon-Pause kehrt der britisch-barbadische Multiinstrumentalist zurück – und diesmal ist alles anders. Of The Earth hat Shabaka komplett allein eingespielt, produziert, geschrieben: Flöte, Percussion, erstmals sogar seine Stimme. Das klingt nicht nach “Jazz-Einsteiger”, sondern nach Meditation mit Dringlichkeit. Für Fans von Kamasi Washington, Nubya Garcia oder Sons of Kemet ein absolutes Muss.


Crooked Man – Crooked Stile

House / Deep House / Electronic

Richard Barratt (Sweet Exorcist) lässt seinen Crooked-Man-Alias wieder aufleben – und wie. Dreckiger Tech-House mit souligen Vocal-Samples, oft über acht Minuten lang. Nichts für Zwischendurch, aber genau richtig für lange Nächte mit System. “Big, bold, brash” – und genau das will man manchmal einfach hören.


Shane Parish – Autechre Guitar

Folk / Experimental / Ambient

Okay, der Titel klingt erstmal nach Scherz. Autechre – das komplexeste IDM-Duo der Welt – auf Gitarre? Aber Shane Parish (Bill Orcutt Quartet) schafft das Unmögliche: Er macht die melodischen und harmonischen Momente hörbar, die bei Autechre sonst im generativen Rhythmusgewitter untergehen. Und das Beste: Es funktioniert auch völlig ohne Kenntnis des Originals.


Worm – Necropalace

Black Metal / Doom Metal / Symphonic Metal

Düsterer geht’s kaum: symphonic blackened Doom, der sich anfühlt, als würde ein Drache über einem Sumpf aus Florida kreisen. Langsam, massiv, gnadenlos. Fans von alten-school Riffs und Fantasy-Vibes mit VHS-Ästhetik werden dieses Album lieben – oder fürchten.


Jill Scott – To Whom This May Concern

Neo-Soul / Hip Hop / R&B

Elf Jahre nach ihrem letzten Album Woman ist die Neo-Soul-Ikone zurück. Und was für eine Rückkehr: Groove, Sinnlichkeit, soziales Bewusstsein – alles noch da, kein bisschen eingerostet. Für alle, die echten Soul mit Tiefe vermisst haben, ein No-Brainer.


Johnny Blue Skies & the Dark Clouds – Mutiny After Midnight

Funk / Psychedelic Country / Rock

Ja, das ist immer noch Sturgill Simpson. Unter neuem Namen, mit glitzernder Jacke und einer Mission: Groove. Zwölf Tracks voller ’60s- und ’70s-Funk, verpackt in Simpsons unverwechselbarem Southern Bariton. Wer vor zwölf Jahren noch über den Schöpfer des Universums rätselte, ist jetzt Bürgermeister der Rollschuhdisco. Herrlich.


KMRU – Kin

Ambient / Drone / Experimental

Der in Nairobi lebende Klangkünstler KMRU kehrt zu seinen Wurzeln zurück – und zu Editions Mego. Sechs dröhnende Tracks, am besten laut auf guten Boxen und mit geschlossenen Augen. Besonders schön: der zweite Track “Blurred” mit Fennesz, der heute ein Zeitgenosse ist – ein echter Kreissschluss-Moment.


Hen Ogledd – Discombobulated

Folk / Psychedelic / Experimental

Canterbury-Szene trifft Renaissance, trifft “Bard Rap” (ja, wirklich). Frontfrau Dawn Bothwell rappt auf mittelalterliche Art, während Richard Dawsons Gitarre psychedelisch ausflippt. Hinter der Albernheit steckt aber Tiefgang: kollektives Handeln, Gier, Wahrheitsverlust. Seltsam, aber man will nicht mehr weg.


Gregory Uhlmann – Extra Stars

Jazz / Free Improvisation / Experimental

Ein Multiinstrumentalist, der schon mit Perfume Genius und Hand Habits gespielt hat – und jetzt auf International Anthem veröffentlicht. “Extra Stars” ist voller kleiner Wunder: klaviergewordener Regen, verschrobene Sound-Layering, faule Nachmittage. Schöne Klangwelten zum Eintauchen.


Pat Metheny – Side-Eye III+

Contemporary Jazz

Metheny ist 71 und immer noch furchtlos. Für sein Side-Eye-Projekt holt er junge Musiker ins Boot – und erweitert sein Trio diesmal zu einem großen Ensemble. Virtuose Gitarre, brasilianische Einflüsse, fließende Passagen. Klingt wie Metheny, aber frischer denn je. Bei 47 verfügbaren Kopien noch relativ “easy” zu bekommen.


Julianna Barwick & Mary Lattimore – Tragic Magic

Ambient / Ethereal / Electronic

Wie eine zufällige Fügung: Barwick baut Kathedralen aus Engels-Schleifen, Lattimore zaubert mit Harfe und Effektpedalen. Gemeinsam schreiben sie in Paris – mit Zugang zur Instrumentensammlung des Musée de la Musique. Heraus kommt reine Gelassenheit. Absolut empfehlenswert für alle, die Ruhe suchen.


Beverly Glenn-Copeland – Laughter In Summer

Folk / Songwriting / Ambient

Seit seiner Demenz-Diagnose vor zwei Jahren ist Glenn-Copeland aktiver denn je: Tour, Albumproduktion mit Howard Bilerman (Godspeed You! Black Emperor). Die Klaviersongs sind leise, zart, hoffnungsvoll – und so intim, als würde man dem Paar am Klavier im Wohnzimmer lauschen, während draußen die Grillen zirpen.


Sun Electric – Episodes (I-VI)

Ambient / Techno / Experimental

20 Jahre Pause, dann sechs textureiche Tracks – hauptsächlich mit der seltenen ostdeutschen Subharchord-Synthetisiert. Das klingt nach warmer Vintage-Elektronik, nach orangenem Sonnenuntergang. Manche Stücke baden einfach im Dunst, andere kriechen langsam voran. Unglaublich geduldig, unglaublich schön.


Tomeka Reid Quartet – Dance! Skip! Hop!

Avantgarde Jazz

Drei Streicher (Cello, Bass, Gitarre) plus Schlagzeug – das klingt kompliziert? Ist es auch. Aber das Quartett spielt so telepathisch präzise, dass atonale Gefrickel plötzlich tanzbar wird. Wie ein Schweizer Uhrwerk: komplex, befriedigend, unsichtbar zusammenhaltend. Große Kunst.


Various – *Junglist! Old Skool Ragga, D&B, Jungle 1993-95*

Jungle / Drum and Bass

Soul Jazz Records macht, was es am besten kann: eine kompakte, perfekt kuratierte Compilation. Zwei Jahre, alle wichtigen Player: M-Beat, Lemon D, Tom & Jerry. Wenn ihr Jungle liebt oder endlich verstehen wollt, warum er “massive” ist – das ist der perfekte Einstieg. Und deutlich günstiger als die Original-Singles.


Bonus: Weitere empfehlenswerte Releases (kurz und knapp)

  • Geese – Live At Third Man Records (Alternative Rock)
  • Daniel Lopatin – Marty Supreme (OST) (Synthwave)
  • Phil Cohran And Legacy – African Skies (Spiritual Jazz, Reissue)
  • Converge – Love Is Not Enough (Metalcore)
  • Kim Gordon – Play Me (Noise Rock / Leftfield)
  • Work Money Death – A Portal To Here (Spiritual Jazz)
  • Four Tet – Human Voice (Deep House)
  • Gorillaz – पर्वत (The Mountain) (Indie Pop)
  • Mandy, Indiana – URGH (Noise Rock)

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