Du hast Schallplatten, CDs oder Kassetten im Regal und willst endlich den Überblick behalten? Oder du möchtest ein paar davon verkaufen? Dann ist Discogs dein Werkzeug. Die Plattform verbindet eine riesige, von der Community gepflegte Musikdatenbank mit einem Marktplatz nur für physische Tonträger.
Warum Discogs anders ist
Auf eBay & Co. ist ein Album einfach ein Album. Discogs unterscheidet dagegen jede einzelne Ausgabe nach Pressung, Label, Katalognummer, Land, Jahr, Format und Tracklist. Die Datenbank umfasst inzwischen mehr als 19 Millionen Veröffentlichungen.
Das ist wichtig, weil zwei fast gleich aussehende LPs völlig unterschiedlich viel wert sein können. Eine deutsche Erstpressung von 1972 ist etwas ganz anderes als eine Neuauflage von 2015. Discogs hilft dir herauszufinden, welche Ausgabe du wirklich in der Hand hältst.
Deine Sammlung digital erfassen
Mit der kostenlosen App für Android und iOS scannst du einfach den Barcode und fügst den Tonträger deiner Sammlung hinzu. Bei CDs klappt das meist sofort.
Bei Vinyl solltest du genauer hinschauen. Ältere Platten haben oft gar keinen Barcode. Außerdem gibt es von vielen Alben Dutzende Varianten. Vergleiche deshalb diese Angaben:
- Label und Katalognummer auf dem Etikett und dem Cover
- Matrix-Nummer: Das ist die eingeritzte Zeichenfolge in der Auslaufrille, also dem glatten Ring zwischen der letzten Rille und dem Etikett. Sie ist der sicherste Hinweis auf die genaue Pressung.
- Coverdetails wie Rückseitentext, Aufkleber oder Klappcover
Danach kannst du deine Sammlung nach Künstler, Format, Jahr oder Label sortieren. So erkennst du doppelte Exemplare und siehst, welche Alben dir noch fehlen.
Was ist deine Sammlung wert?
Discogs zeigt dir für deine Sammlung einen Minimal-, einen Median- und einen Maximalwert. Diese Werte stammen aus der Verkaufshistorie, also aus Preisen, die tatsächlich gezahlt wurden. Aktuelle Angebote verraten dir dagegen nur, was Verkäufer gerne hätten.
Trotzdem sind das nur Richtwerte. Was du wirklich bekommst, hängt vor allem vom Zustand ab. Eine fast neuwertige Platte bringt oft ein Vielfaches einer abgenutzten Ausgabe. Auch Seltenheit, Nachfrage, die Zahl der Konkurrenzangebote und deine Geduld spielen eine Rolle. Am aussagekräftigsten ist meist der Median, also der mittlere Verkaufspreis.
Verkaufen: Das kostet es wirklich
Ein Inserat zu erstellen ist kostenlos, und es gibt keine Monatsgebühr. Deine Angebote können also unbegrenzt online bleiben. Erst wenn du etwas verkaufst, fallen diese Kosten an:
- 9 % Verkaufsgebühr auf Artikelpreis und Versandkosten. Pro Artikel sind das mindestens 0,10 US-Dollar und höchstens 150 US-Dollar.
- Mehrwertsteuer auf die Gebühr: Als Privatverkäufer in Deutschland zahlst du in der Regel 19 % zusätzlich auf die Discogs-Gebühr.
- Gebühr des Zahlungsdienstes, zum Beispiel PayPal
Rechenbeispiel: Du verkaufst eine CD für 20 € plus 4 € Versand.
- Discogs-Gebühr: 9 % von 24 € = 2,16 €
- Mehrwertsteuer darauf: + 0,41 € = etwa 2,57 €
- Dazu kommen die Kosten für den Zahlungsdienst sowie für Porto und Verpackung.
Von den 24 € bleibt dir also spürbar weniger übrig. Plane das gleich in deinen Preis ein.
So verkaufst du erfolgreich
Ordne die richtige Ausgabe zu. Nimm nicht einfach das erste Suchergebnis. Wer eine Erstpressung kauft und eine Neuauflage bekommt, beschwert sich zu Recht.
Bewerte den Zustand ehrlich. Discogs nutzt eine feste Skala für Tonträger und Cover: Mint (M), Near Mint (NM), Very Good Plus (VG+), Very Good (VG), Good Plus (G+), Good (G), Fair (F) und Poor (P). „Mint“ bedeutet ungespielt und originalverpackt. Bewerte im Zweifel lieber eine Stufe niedriger. Schlechte Bewertungen schaden dir als Verkäufer dauerhaft.
Berechne den Versand realistisch. Porto, Versandkarton und Polstermaterial kosten Geld, und auch darauf fällt die Discogs-Gebühr an.
Lege deine Lieferländer fest. Wenn du international verkaufst, erreichst du deutlich mehr Käufer. Rechne aber außerhalb der EU mit Zollformularen, höherem Porto und längeren Laufzeiten.
Kläre, ob du privat oder gewerblich verkaufst. Discogs fragt danach. Wer regelmäßig verkauft, um Gewinn zu machen, kann als gewerblich gelten. Außerdem meldet Discogs Verkäufer an das Finanzamt, sobald sie 30 Verkäufe oder mehr als 2.000 € Umsatz im Jahr erreichen. Wenn du nur deine private Sammlung verkleinerst, sind die Erlöse meist steuerfrei. Im Zweifel fragst du am besten eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.
Für wen lohnt sich Discogs?
| Du bist … | Das hast du davon |
|---|---|
| Sammler von Vinyl, CDs oder Kassetten | Kostenlose, genaue Verwaltung deiner Sammlung samt Wertschätzung |
| Besitzer doppelter Exemplare | Gezielter Verkauf an Leute, die genau diese Ausgabe suchen |
| Plattenladen oder Händler | Zugang zu einem weltweiten, musikbegeisterten Publikum |
| Jäger seltener Pressungen | Suche nach genauer Ausgabe, genauem Label und Herkunftsland |
Fazit
Discogs gehört für Musiksammler zu den nützlichsten Plattformen überhaupt. Die genaue Datenbank und die kostenlose Sammlungsverwaltung lohnen sich auch dann, wenn du nie etwas verkaufst.
Wenn du verkaufen willst, rechne mit 9 % Gebühr auf Preis und Versand plus Mehrwertsteuer darauf, den Kosten für den Zahlungsdienst und deinem eigenen Zeitaufwand. Discogs passt am besten zu dir, wenn du gerne genau hinschaust und geduldig bist. Dann bekommst du für besondere Tonträger meist deutlich bessere Preise als auf allgemeinen Verkaufsplattformen.
(*) Kleiner Hinweis: Hinter manchen Links steckt ein Affiliate-Programm. Du zahlst denselben Preis, aber ich bekomme ein wenig Taschengeld für die nächste Recherche. Danke, dass du meine Inhalte so direkt unterstützt!
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