Ken Tamplin

Ken Tamplin

Ken Tamplin wurde am 11. Dezember 1963 geboren und ist US-amerikanischer Rockmusiker. Er gilt als Vier-Oktaven-Stimmwunder und war Ende der 1980er Sänger und Gitarrist der amerikanischen Glam-Metal-Band „Shout„, die einige Erfolge in der christlichen Metalszene sowie auch im säkularen Hard-Rock-Bereich feiern konnte. Als Solokünstler hat er seit 1990 acht Alben aufgenommen. Außerdem hat er für einige Filme, Serien und TV-Werbung die Musik geschrieben. Zurzeit arbeitet er hauptsächlich als Stimmtrainer der Ken Tamplin Vocal Academy.

Seine Kindheit

Ken Tamplin wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Schon mit sechs Jahren fing er an, Gitarre zu spielen, und mit neun Jahren, zu singen. Trotz seiner christlichen Erziehung wandte er sich im frühen Jugendalter vom Glauben ab und geriet in die Drogenszene, erlitt viermal eine Überdosis an Phencyclidin, nahm Kokain, Haschisch und andere Drogen ein und handelte damit. Mit 14 Jahren überwand er seine Drogenprobleme und wurde Christ. „I’ve been on fire for Him ever since“, sagt Tamplin rückblickend.

Seine erste Band „Joshua“

Tamplins erste Bandstation war die christliche Melodic Metal Formation Joshua, deren Kopf der Gitarrist Joshua Perahia war. Er wirkte an einigen Songs der ersten beiden Alben „The Hand is Quicker than the Eye“ (1982) und Surrender (1985) als Sänger und Gitarrist mit. Da Surrender jedoch von Joshua Perahia 1992 neu aufgenommen wurde, u. a. mit Robyn Kyle Basauri als Sänger, ist die alte Fassung, an der Tamplin mitwirkte, zur Rarität geworden.

Seine Band „Shout“

1987 gründete Tamplin zusammen mit Gitarrist Chuck King (Idle Cure) die Gruppe Shout, deren erstes Album „Won’t Be Long“ im Jahr darauf erschien, das sich stilistisch zwischen melodischem Hardrock und Glam Metal einordnen lässt und durch christlich-geprägte Texte gekennzeichnet ist. Für die Aufnahme des Albums wurden unter anderem Bassist Loren Robinson und Schlagzeuger Joseph (Joe) Galletta engagiert, die Tamplin aus seiner Zeit bei Joshua kannte und in der Folge zum festen Bestandteil von Shout wurden.

1989 wurde das zweite Shout-Album „In Your Face“ veröffentlicht, das im Vergleich zum Vorgänger eine Stufe härter und schneller zu Werke geht. Noch im ersten Monat nach Erscheinen wurden 40.000 Exemplare verkauft. Über das Album wurde geschrieben, dass es über „jede Nuance und Abstufung von Lautstärke und Schnelligkeit“ verfüge. In dieser Zeit war die Band sehr erfolgreich, was ausverkaufte Konzerte im Roxy Theatre (West Hollywood) belegen und auch die Single-Auskopplung „In Your Face“ erhielt 1990 den Dove Award als „Hard Music Song of the Year“.

Das Studioprojekt „Magdallan“

Das ursprünglich als Studio-Projekt geplante „Magdallan“ startete Ken Tamplin 1990 zusammen dem Gitarrenvirtuosen Lanny Cordola (u.a. Giuffria und House of Lords). Die Band war von 1990 bis 1995 aktiv und veröffentlichte 2 Alben und eine EP.

Die erste Veröffentlichung der Band, „Big Bang„, war als eines der teuersten christlichen Alben bekannt, die zu dieser Zeit produziert wurden. Das Budget wurde mit 250.000 US-Dollar angegeben, und das Album wurde wegen Überproduktion kritisiert. Trotzdem wurde „Big Bang“ 1992 für einen GMA Dove Award als bestes Metal/Hard Rock Album nominiert.

Nachdem das erste Album veröffentlicht wurde, verließ Tamplin die Band. Tamplin kommentierte, dass er das Bedürfnis nach einem Neuanfang verspürte, nachdem er erfahren hatte, dass Intense Records geplant hatte, das Big Bang- Album nach zwei Jahren harter Arbeit zurückzustellen. Nach Tamplins Abkehr wurde das Studio-Projekt von Magdallan in eine vollständige Band umgewandelt und daher der Name von Magdallan in Magdalen geändert.

Die Solokarriere

Nach dem vorläufigen Ende von Shout begann Tamplin 1990 seine Solokarriere, die bis 2003 in acht Studioalben mündete. Er gewann insgesamt (einschließlich seiner Bandaktivitäten) vier Dove Awards, unter anderem für die 1993 erschienene Scheibe „Tamplin“ als „Hard Music Album of the Year“.

Für sein erstes Album „An Axe to Grind“ aus dem Jahr 1990 lud er viele Gastmusiker ein – u. a. Scott van Zen, Lanny Cordola, Joey Tafolla, Ken Mary und Joe Galetta – weshalb er es auch unter dem Namen „Tamplin and Friends“ veröffentlichte.

Im Jahr 1991 erschien „Soul Survivor„. Es ist ebenso wie das Vorgängerwerk im Melodic Rock anzusiedeln, ist insgesamt aber etwas ruhiger gehalten.

Nach der Fertigstellung seiner ersten beiden Solo-Alben gründete Tamplin das oben besprochene „Magdallan“-Projekt.

1993 erschien das Album „Tamplin„, für das er 1994 den Dove Award in der Kategorie „Hard Music Album of the Year“ gewann. Es ist insgesamt härter und stärker gitarren-orientiert als seine vorherigen Veröffentlichungen.

1995 folgte „In the Witness Box„, das im Großen und Ganzen an die Härte der Vorgängerscheibe anknüpfte, aber auch zwei eher poppige Lieder und eine Akustikballade enthält. Ex-GIUFFRIA Gitarrist Lanny Cordola wirkte als Gitarrist und Co-Songschreiber an dem Album mit. Der Song „Sing Hallelujah“, ein Lobpreislied in Hardrockvertonung, wurde zum Publikumsliebling. In Deutschland wurde für den europäischen Markt eine Edition mit 5 Demoversionen von Liedern der Alben „Big Bang“ und „An Axe to Grind“ veröffentlicht.

Während sich alle seine vorherigen Platten grob im melodischen Hardrock einordnen lassen, sind die Alben „We the People“ (1996), „The Colors of Christmas“ (1997) und „Where Love Is“ (1998) experimenteller und bewegen sich eher in den Bereichen Pop, Jazz, Gospel, Acoustic und Rock. „We the People“ erschien 1997 in Deutschland in einer Sonderedition mit zwei Bonusliedern.

Das im Jahr 2001 veröffentlichte Album „Make Me Your Voice“ wurde zusammen mit Stu Goldberg produziert, um Gelder für christliche Gruppen zu sammeln, die sich für die massiv verfolgte und unterdrückte dunkelhäutige, überwiegend christliche Bevölkerungsminderheit im Sudan einsetzen, und die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Genozid im Südsudan und Darfur (Westsudan) zu lenken. Auf dem Album sind u. a. Gospelsänger Andraé Crouch und Charlie Peacock vertreten, aber auch ein Song von Tamplin selbst – „Great, Great, Love“ – ist enthalten. In den Jahren 2002 und 2003 erschienen noch zwei ebenfalls von Tamplin produzierte Fortsetzungen: „Make Me Your Voice II“ und „Make Me Your Voice III“.

Im Jahr 2003 erschien Tamplins bislang letztes Album: „Wake the Nations“ ist eine Rückkehr zu seinen musikalischen Wurzeln des melodischen Hardrocks. Aufgrund der vielen involvierten Gastmusiker – u. a. Sänger Jeff Scott Soto sowie die Gitarristen Scott van Zen, Howie Simon und Marty Friedman – läuft der Interpretenname wieder unter „Ken Tamplin and Friends“. Mit achtzehn Songs, über 78 Minuten Spielzeit und einer Bonus-DVD ist Wake the Nations Tamplins bislang umfangreichste Veröffentlichung.

Nach dieser Veröffentlichung begann er zunächst als Produzent zu arbeiten. 2005 erschien das von ihm produzierte Album „Live Your Dreams“ von Daize Shayne, an dem er maßgeblich als Studiogitarrist und Backgroundsänger mitwirkte. Da das Album eher floppte, wird das Produzieren eher in den Hintergrund gerückt sein.

Vocal Academy und Filmmusik

2008 gründete er die Ken Tamplin Vocal Academy und arbeitet seitdem als Vocal Coach. Nebenbei hat Tamplin auch Musik für Filme, Fernsehserien und Werbespots komponiert.

Privat

Ken Tamplin ist verheiratet und hat 2 Kinder. Zur prominenten Verwandschaft gehört sein Cousin, der frühere Frontmann von Van Halen, Sammy Hagar.

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